Der fünfte X-Alps-Sieg ist Tatsache…

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Medienmitteilung vom 13. Juli 2017 1230 Uhr – Chrigel Maurer am 8. Red Bull X-Alps
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Er nahm es gemütlich gestern Abend, der Chrigel Maurer: Nach seiner Landung am Strand von Ventimiglia liess er sich von Hotelier Carlo Maria Maggia zum Abendessen und Übernachten einladen und nahm die restlichen 15 Kilometer Luftlinie zum Ziel in Peille erst heute früh unter die Füsse. Er erreichte das Ziel nach elf Uhr nach 10 Tagen, 23 Stunden und 25 Minuten.

Mit einer ungewöhnlichen Aktion brachte Chrigel Maurer in den gestrigen späten Abendstunden seine grosse Fangemeinde zuhause an den Bildschirmen und am Livetracking zur schieren Verzweiflung. Da hatte der Oberländer doch wie 13 weitere Athleten den Nachtpass gezogen, nützte diesen aber nicht aus, sondern bewegte sich nur noch zwei Kilometer westwärts Richtung Monaco, um dann plötzlich im Umkreis von wenigen Dutzend Metern eine merkwürdige Spur kreuz und quer zu hinterlassen. Was war bloss los mit Chrigel? Noch gab es ja 15 Kilometer zum Torbogen von Peille zurückzulegen, wo denn die Zeit angehalten und somit Maurer offiziell als Sieger des 8. X-Alps registriert worden wäre. Kam dazu, dass der an zweiter Stelle liegende Benoît Outters inzwischen in Bourg de D am Fusse des Tendepasses angekommen war und mit den verbleibenden 65 Kilometern auf den ersten Blick während der Nacht durchlaufen und noch brandgefährlich werden konnte.

Spaghetti und eine Traumaussicht

Die Erklärung ist einfach: Da ist dieser Hotelier Carlo Maria Maggia, der 200 Meter über der Küste ein Ökoresort führt und gestern Abend auf dem Bildschirm beobachtete, wie sich Chrigel Maurer vom Col de Tende her Ventimiglia nähert. „Plötzlich flog der Chrigel neben meinem Fenster vorbei, und ich konnte sehen, wie er unten am Strand landete. Sofort fuhr ich zu ihm hinunter. Ich bin einfach begeistert“, sagt der redefreudige Italiener. Selber Gleitschirmpilot, verfügt Maggia auf dem Gelände seines Hotels sogar über zwei eigene Startplätze und absolviert jährlich rund 300 Flüge. Der Wirt war von Maurer’s Anwesenheit derart angetan, dass er ihn, seine Supporter und Familie kurzerhand in sein Hotel einlud. Chrigel war das nur recht, denn er wollte sich die verbleibenden 15 Kilometer angesichts des immer mehr schmerzenden Knies und des soliden Vorsprungs auf Benoît Outters nicht mehr antun – obwohl die Red Bull-Verantwortlichen sich inzwischen in Peille eingefunden und den Zielbogen bereits aufgestellt hatten. Er genoss den Abend mit Mondaufgang über dem Meer, den Blick hinunter auf Ventimiglia, eine ausgedehnte Dusche und viel Spaghetti mit Bier bis Mitternacht; die Augen zwischendurch immer wieder per Livetracking auf seinen französischen Verfolger am Tendepass gerichtet.

Der letzte Spaziergang heute Morgen

Um halb Sechs brach Chrigel gemeinsam mit Partnerin Yvonne Appenzeller denn auf zur allerletzten Etappe zu Fuss nach Peille hinüber. Inzwischen hat Benoît Outters während der Nacht bis auf den Tendepass hinauf gestiegen, befand sich also am frühen Morgen noch 50 Kilometer vom Ziel entfernt und stellte somit für Chrigel keine Gefahr mehr dar. Eine halbe Stunde vor dem Ziel – man hätte fast den Eindruck gewinnen können, als wolle Chrigel gar nicht ins Ziel – machte er eine Stunde lang eine ausgedehnte Frühstückspause, alberte herum und wollte „eifach echly sy“. Doch dann riefen die allerletzten Meter dieses langen Rennens, und um 1055 Uhr traf Maurer auf dem Adlerhorst hoch über Monaco ein – unter dem Jubel von rund Hundert Fans. Rückblickend war es das härteste X-Alps für Chrigel Maurer. Die letzten drei Tage durch die Po-Ebene und das entzündete Knie waren eine Tortour für den 34-Jährigen.

GLÜCKWUNSCH! Wahnsinns Leistung! 5ter Sieg bei den Red Bull X-Alps Glückwunsch an das ganze Team Chrigel Maurer & skywalk Paragliders – ihr seit der Hammer! Grüsse aus Stuttgart Team Luftikus



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