Nepal Eindrücke 2015

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Erdbeben, neue Verfassung, geschlossene Grenzen zu Indien und daraus resultierender Öl- und Gasmangel erhöhte im Vorfeld die Spannung der diesjährigen Nepalreise. Schon am Flughafen in Stuttgart überlegten die Teilnehmer, was uns wohl in Katmandu, Pokhara oder Toripani erwarten würde.

Bereits die Anreise funktionierte mehr als reibungslos. Mit 180 km/h Rückenwind bretterte Turkish Airlines nach Istanbul und flog ohne Verspätung nach Kathmandu ab, so dass wir planmäßig in Nepal landeten. Tulla, der ortsansässige Agent erwartete uns mit Willkommenskränzen – Kathmandu mit strahlendem Sonnenschein und 25 Grad.

Am nationalen Flughafen hatte uns Nepal schon völlig in den Bann gezogen. Fremde Gerüche, kleine Kinder mit riesigen braunen Augen, stolze Bäuerinnen mit leuchtend roten Umhängen, Geschäftsmänner mit eher schlecht sitzenden Anzügen – dazwischen die Aufrufe für die Flüge, natürlich ohne Lautsprecher sondern einfach in die Menge geschriehen: „Yeti Airlines, Lukla – Gate one“, „Buddha Air, Pokhara, Gate two“. He, das sind wir!!!! Ein spannender Turbo-Prop-Flug entlang der Himalaya-Südseite Richtung Westen bot die ersten Blicke auf die höchsten Berge der Welt.

Bassanta, der Ansprechpartner in Pokhara empfing uns herzlich und präsentierte sein Land in Bestform. Macchapuchare und Annapurna wolkenfrei am Horizont, sommerliche Temperaturen, die Straßen frisch gefegt.

Natürlich zog es uns zum Fliegen. Über abenteuerliche Straßen chauffierte uns unser Bus wild hupend auf den Berg. Nach einem kurzen Fußmarsch, vorbei an duftenden exotischen Pflanzen durch das kleine Dorf Toripani wurde der Startplatz erreicht. Schon zogen Bartgeier ins den ersten Ablösungen an uns vorbei, also: Einhängen, aufziehen, genießen! Jeder Flieger wird verstehen, wie unbeschreiblich es ist, über Reisterrassen zu schweben, den Startplatz zu überhöhen. Was man aber erlebt haben muss, um es zu realisieren: Du fliegst über den Grat, bist in 2000 m Höhe und schaust 1.000 m runter ins Tal. Dann schaust Du nach oben. Die Gipfel liegen noch 5.000 m über Dir, ein Adler kreist mit Dir im selben Bart – Gänsehaut pur!

Nach einem zünftigen Lande-Everest-Bier ging es zu Fuß am See entlang zurück zum Hotel. Die tiefstehende Sonne ließ das Tal in goldenem Glanz erstrahlen, fleißige Menschen ernteten trugen die Reisgarben zusammen und stapelten sie zu großen Haufen. Jugendliche tanzen zu nepalesischer Popmusik im Kiesbett des Flusses.

In einem kleinen Dorf organisierte Christoph Boote zur Überfahrt, die sich aber verzögerte, das sich sehr spontan ein Volleyballmatch mit der Dorfjugend ergab. Es war ein fröhliches Spiel auf durchaus hohem Niveau mitten auf dem Dorfplatz, Ziegen, Kühe und die Dorfältesten schauten interessiert zu, Bananenbäume umringten das Spielfeld.

Trotz allen widrigen, eingangs erwähnten Umständen ist Nepal bunt, fröhlich, gastfreundlich und wunderschön. Wichtige Spenden helfen den Menschen, wieder auf die Beine zu kommen. Leider suggerieren die Nachrichten Falsches und der Tourismus bleibt aus, die Stadt ist extrem leer, ohne dass es größere Beeinträchtigungen gäbe (Pokhara liegt nicht direkt im Erdbebengebiet). Nun ist das Land zusätzlich gestraft, in dem diese wichtige Einnahmequelle nahezu ausbleibt. Eugens Überlegungen waren richtig: Kommt nach Nepal und gebt den stolzen Menschen die Möglichkeit ihr Geld zu verdienen!

To be continued….

Text: Sven Jauch

 



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